Interview mit Patrick Klingberg (artaxo): SEO & Online Marketing Situation 2018

Patrick Klingberg, Geschäftsführer, artaxo
Patrick Klingberg, Geschäftsführer/CEO, artaxo

 

Am 4. und 5. Dezember findet in Köln wieder unser Online Marketing Bootcamp statt. Teilnehmer lernen dort von vier Referenten alles Wichtige über das Online Marketing.

Im Vorfeld sprachen wir mit dem Experten Patrick Klingberg, Geschäftsführer/CEO von artaxo, über aktuelle Trends im Online Marketing.

 

2017 sprachen wir über die Trends mobile Nutzung, virtual & augmented reality, KI und IoT als die Baustellen der Zukunft – haben sich Ihre Einschätzungen bewahrheitet oder wie sehen Sie die Online Marketing Situation 2018?

Patrick Klingberg: Genau, im letzten Jahr sprach ich von der hohen Relevanz der mobilen Internetnutzung für das Marketing. Diese hat sich in den letzten Monaten weiter verstärkt, einerseits durch die steigende Nutzung mobiler Endgeräte, wie z. B. die ARD ZDF Online-Studie kürzlich belegte, und andererseits durch die Einführung des Mobile First Index von Google. Um Kunden und Nutzer zu erreichen, ist eine mobil optimierte Website heute essenziell.

Auch VR, AR und KI sind Themen, die uns in der Zukunft weiter beschäftigen werden. Hier stehen wir noch am Anfang und die künstliche Intelligenz wird sich immer weiterentwickeln. So wird die KI z. B. immer leichter das Verhalten und die Vorlieben von Kunden vorhersehen können und darauf zugeschnittene Informationen bereitstellen sowie eigenständig Inhalte verfassen.

Ein Bereich, den ich zudem aktuell sehr spannend finde, ist Live Streaming. Durch die Unperfektheit sind live Videos authentisch und erfüllen den starken Transparenzanspruch der Zuschauer. Nutzer können außerdem bereits während des Zuschauens aktiv werden und selbst Diskussionen beginnen oder gar die Handlung direkt mitbestimmen. Live Streaming wird künftig immer wichtiger für das digitale Marketing werden.


Eine Teilnehmerin erzählte uns, SEO sei in fast allen Zeitschriften-Veranstaltungen Thema. Können Sie die Top-Hinweise zusammenfassen, die Sie Verlagsmitarbeitern für die Praxis mitgeben können?

Patrick Klingberg: Verlagswebseiten haben oft eine große organische Reichweite in den Suchmaschinen, die es täglich zu warten gilt. Zunächst sollten die Dokumente identifiziert werden, bei denen großes Potential für ein besseres Ranking liegt. Dies können z. B. Artikel sein, die bei Google zu relevanten Suchbegriffen auf Position 11-20 ranken. Durch das Verändern an kleinen Stellschrauben wie z. B. die interne Verlinkung oder die Aktualisierung und Erweiterung von Inhalten können Sie die Rankings häufig bereits positiv beeinflussen. Gerade bei Evergreen Content lohnt sich dies.

Zudem gilt es, ältere Dokumente, die seit Monaten keinen Traffic mehr über die Suchmaschine erhalten haben, von Google auszuschließen. Dadurch erhält die Webseite einen stärkeren Fokus und wird signifikant sichtbarer.

 

Der digitale Marketing-Mix ist diversifiziert, welche Abteilungen/Personengruppen sollten sich mit SEO beschäftigen?

Patrick Klingberg: Das Bewusstsein für SEO sollte unbedingt unternehmensweit geschaffen und nicht nur auf einzelne Abteilungen beschränkt werden. Mit den Analysen und dem Wissen aus der Suchmaschinenoptimierung kann einerseits eine optimale Architektur für die Webpräsenz eines Unternehmens geschaffen werden. Andererseits werden wichtige Erkenntnisse über die Bedürfnisse rund um Produkte und Dienstleistungen gewonnen, die auch interdisziplinär genutzt werden sollten. So können beispielsweise die Produkte verbessert oder die Unternehmenskommunikation angepasst werden.

 

Wie unterscheiden sich klassisches und online Marketing? Was bedeutet das für Marketingexperten?

Patrick Klingberg: Die Daten machen den Unterschied. Beim digitalen Marketing sprechen wir von datengetriebenem Marketing. Dieses erlaubt uns, die Streuverluste, wie wir sie aus dem klassischen Marketing kennen (Brutto- und Netto-Reichweite), signifikant zu minimieren. Gleichzeitig ermöglichen Daten lokales Targeting und Personalisierung sowie Automatisierung und Ergebnisse in Echtzeit.

Zudem regiert im klassischen Marketing die Brand Awareness, was für mich ein viel zu esoterischer KPI ist. Im digitalen Marketing denken wir stattdessen in folgender Formel: CLV > CAC. Diese sagt aus, dass der langfristige Kundenwert größer sein muss als die Marketingausgaben, um ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu haben.

Für Marketingexperten bedeutet dies, dass sie sehr breit aufgestellt sein müssen und die Datenanalyse einen großen Teil ihrer Arbeit einnimmt. Wichtig dabei: Daten sollten dabei nicht nur regelmäßig erhoben, sondern auch ausgewertet und die Erkenntnisse im Unternehmen weitergetragen werden.

 

Können Sie die drei wichtigsten Takeaways benennen, die die Teilnehmer von Ihrem Vortrag beim Online Marketing Bootcamp mitnehmen werden?

Patrick Klingberg: 

  • Praxis-Wissen: Die wichtigsten theoretischen Grundlagen werden selbstverständlich erläutert. Der Schwerpunkt des Vortrags wird aber auf der Vermittlung von Praxiswissen anhand realer Cases liegen.
  • Tools: Die Teilnehmer werden viele relevante Tools kennenlernen, mit denen sie ihre eigene Webseite bzw. die der Wettbewerber analysieren können. Viele davon sind kostenlos.
  • Maßnahmen: Am Ende wird jeder Teilnehmer in der Lage sein, konkrete Handlungen für eine bessere Performance und höhere Sichtbarkeit seines eigenen Webauftritts abzuleiten.

Hier geht es zum Online Markting Bootcamp mit Patrick Klingberg.

 

Patrick Klingberg
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